
Ein Typ sieht aus wie ein laufender Herzinfarkt. Einer zieht seinen Schuh wie einen Hund hinter sich her. Einer zerrt seine Geburt wie einen Tod. Einer spricht versunken ein Versprechen nach. Eine öffnet sich die Bluse und legt je eines ihrer zwei Kinder an je eine ihrer Brüste.
Die Stille, die sie umgibt und die sich auch über ihre Kinder legt, ist spürbar, wie ein feinmaschiges Netz aus Gedanken, Vergangenheit, Sehnsucht und Bedauern. Sie blickt aus dem Fenster und weint ohne Laut. Als fließe nicht nur ihr Leben aus ihrem Busen in die Kinder, sondern auch sie selbst.
Statt nur Leben zu spenden scheint sie gleichzeitig auch versiegend. Nicht ein Brunnen, sondern eher ein Krug. Das Glück des neuen Lebens in ihren Armen – nur ein Gemälde. Sie, es betrachtend, außen stehend, nicht Teil des Bildes, allein mit ihrem langsamen Versiegen und einer nur ihr bekannten, vergangenen Wirklichkeit.
Um sie herum: Blicke – heimliche, versteckte, hassende Einsamkeit, die verachtend, umsonst nach Nähe stolpernd, auf gebotenen Sitz fällt. Es folgt der Versuch ihre Gegenwart langsam auf dem Wagonboden abzustreifen.
Jetzt küsst sie beide Kinder sehr intensiv, dennoch zärtlich, auf den Mund, die Augen, das Haar, im Gesicht. Beide immer abwechselnd, keines weniger als das andere. Die Kinder beginnen zu weinen. Sie küsst intensiver. Gibt ihnen die Brust unter salzigen Küssen zurück und hält sie einfach fest.
Es wird kein Versteck für Notwendigkeit geben.